Tafelspitz & Tradition

"Wer nicht über mindestens ein Dutzend Stücke von gekochtem Rindfleisch sachkundig sprechen konnte", schrieb Joseph Wechsberg, der Altösterreicher unter den großen Feuilletonisten, "gehörte in Wien nicht dazu, gleichgültig, wieviel Geld er verdiente oder ob der Kaiser ihm den Titel eines Hofrats oder Kommerzialrats verliehen hatte."

 

Wie populär Rindfleisch in Wien immer schon war, läßt sich aber auch schon ein Jahrhundert zuvor in einem alten Reisebericht nachlesen.

 


"In den Fleischtöpfen Wiens wird das Wiener Rindfleisch zubereitet, das einzige delikate, mürbe, saftige, unübertreffliche, herrliche, geliebte, ersehnte Wiener Rindfleisch." Gekochtes Rindfleisch speiste man in Wien jedoch nicht nur daheim, sondern vor allem auch im gutbürgerlichen Restaurant.

 

Unter den vielen "Gustostückerln" des Rinds hat dabei zweifellos der Tafelspitz die höchste Berühmtheit erlangt. Seit sich in Wien "der Plachutta", zunächst 1987 in Hietzing und später auch am Luegerplatz in der City sowie draußen in Nußdorf etablierte, hat Wien endlich wieder ein neues "Rindfleischparadies" und der legendäre Tafelspitz eine würdige Heimstätte.